Physische oder synthetische Replikation bei ETFs
Zwei verschiedene Methoden für dasselbe Ziel, mit unterschiedlichen Risikoimplikationen.
Ein ETF muss die Entwicklung eines Index nachbilden — die Methode ist nicht immer dieselbe, und ihre Kenntnis hilft zu verstehen, welchem Risiko man tatsächlich ausgesetzt ist.
Physische Replikation
Der Fonds kauft tatsächlich (ganz oder teilweise, durch Sampling) die Titel des Index. Die direkteste und transparenteste Methode: Sie besitzen indirekt die echten Aktien oder Anleihen.
Synthetische Replikation
Der Fonds besitzt die Indextitel nicht direkt, sondern bildet die Performance über ein Finanzderivat (einen Swap) mit einer Gegenpartei, typischerweise einer Investmentbank, nach.
Das Kontrahentenrisiko
Die synthetische Replikation führt ein zusätzliches Risiko ein: dass die Swap-Gegenpartei ihren Verpflichtungen nicht nachkommen kann. UCITS-Vorschriften begrenzen dieses Risiko (typisch auf 10% des Fondsvermögens), aber es ist ein Faktor, den die physische Replikation nicht in gleicher Weise aufweist.
Was ist die richtige Wahl
Für maximale Einfachheit und Transparenz wird meist die physische Replikation bevorzugt. Die synthetische Replikation kann Kostenvorteile oder Zugang zu sonst schwer replizierbaren Märkten bieten (z.B. manche Schwellenmärkte).